Tarot-Decks

Zusammengehörige Tarotkarten werden als Satz oder Deck bezeichnet. Die Decks sind heutzutage sehr unterschiedlich und haben teilweise mit dem ursprünglichen Spiel nichts mehr zu tun.
In der Regel jedoch besteht ein Tarot-Deck aus insgesamt 78 Karten. Diese Anzahl hat einen besonderen Hintergrund, denn sie ergibt sich aus der zusammengerechneten Summe der Ziffern ein bis zwölf. Der Zahl zwölf wurde bereits in der Gesellschaft früher Hochkulturen herausragende Bedeutungen zugeschrieben. So hat ein Sonnenjahr zwölf Mondzyklen, worauf die Einteilung eines Jahres in zwölf Monate erfolgte. Auch der Tag besteht aus zwei Mal zwölf Stunden. Beispiele für diese bedeutende Zahl gibt es viele. So zeigt beispielsweise die Flagge der Europäischen Union zwölf Sterne. Im Christentum gilt die Zahl allgemein als die heilige Zahl und steht für die Begegnung Gottes mit der Welt. Kurz gesagt: Zwölf steht für die Vollständigkeit und genau diese Bedeutung sollen die 78 Tarot-Karten eines Kartendecks darstellen. Die Zahl 78 ist demzufolge das „große Ganze“.
Als die bekanntesten Decks gelten das Marseille-, das Rider-Waite – und das Crowley -Tarot.

1. Marseille-Tarot

Der Ursprung des Marseille-Tarot ist bereits im 16. Jahrhundert zu finden. Das heute häufig verwendete Deck kommt aus einer Marseiller Kartenmanufaktur und wurde 1760 erstellt. Nicolas Conver hatte alte Holzstiche, die ihm als Vorlage dienten. Die Farbkonstellation blau, rot, gelb und grün sollen die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde symbolisieren. Sie sind bis heute sehr bedeutungsvoll.

2. Rider-Waite-Tarot

Arthur Edward Waite und die amerikanische Künstlerin Pamela Colman Smith waren Mitglieder des esoterischen Ordens „Golden Dawn“ und veröffentlichten 1910 das gemeinsame Tarot. Das Deck beschränkt sich ebenfalls auf wenige Farben, ist aber feiner gezeichnet. Die Zahlenkarten wurden szenisch illustriert und vereinfachten damit den Zugang zur Interpretation. Dieses beliebte Deck wurde häufig nachgeahmt.

3. Crowley-Tarot

Die Künstlerin Lady Frieda Harris und Aleister Crowley haben sich bei dem Design ihres 1944 zunächst in Buchform veröffentlichten Decks an den vermeintlich ägyptischen Ursprung gehalten. Für die Illustration war Lady Frieda Harris zuständig. Sie benötigte dafür insgesamt fünf Jahre. Als Kartendeck erschien das Tarot allerdings erst 1969. Aleister Crowley genoss einen Ruf als Schwarzmagier, und so wurde das Kartendeck schnell populär. Besonders beliebt ist es aufgrund der als ästhetisch empfundenen Darstellung der Symbole.

Abgesehen von diesen bekannten Decks gibt es weitere zahlreiche Varianten. Sie weisen nicht nur jeweils eine unterschiedliche künstlerische Gestaltung auf, sondern haben auch unterschiedliche esoterische und spirituelle Grundlagen. Man bezeichnet sie auch als freie Decks. Selbst Tarot-Karten mit populären Motiven wie zum Beispiel Alice im Wunderland erfreuen zahlreiche Anhänger.