Tarot: Die Reisen des Helden

Die „Reise des Helden“ ist erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen, gilt aber inzwischen als eine weitverbreitete und äußerst beliebte Interpretation der großen Arkana. Die Heldenreise beginnt mit dem Narr. Er ist für alles offen und kennt weder Angst noch Gefahren. Der Magier und die Hohepriesterin symbolisieren das nach innen und das nach außen gerichtete Prinzip.
Auch Eltern kommen in dieser Reise vor, allerdings als Herrscherin und als Herrscher. Die Herrscherin steht für die Fülle des Lebens, der Herrscher für Ordnung und Schutz.
Der Papst stellt Traditionen, vor allem in Bezug auf Wissen, dar. Diese Karten gehören zur Kindheit des Helden. Mit dem Ende der Kindheit wird ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Es folgen nun der Wunsch nach Partnerschaft und Liebe sowie nach neuen Erfahrungen. Dafür stehen die Karten „die Liebenden“ und „der Wagen“. Auf dem Weg dorthin werden Erfahrungen gesammelt, die wiederum Empfindungen wie „Gerechtigkeit“ und „Kraft“ hervorbringen. Auf dieser Reise begegnet man außerdem dem „Einsiedler“. Er hat eine beratende Funktion, zeigt aber auch die Handlungsmöglichkeiten auf. Aktives Handeln wird durch das Drehen des „Schicksalsrades“ erfordert. Eventuell wird dadurch auch ein bestimmtes Ziel gesetzt. Durch Kraft und Gerechtigkeit soll es außerdem ermöglicht werden, als der „Gehängte“ die Reise in die Unterwelt anzutreten. Damit kann das innere Ich gemeint sein. Folglich gibt es dann auch die Karte „der Tod“. Er symbolisiert einen Übergang von der äußeren in die innere Welt. Es folgt die Erkenntnis über die Notwendigkeit der „Mäßigung“, ein Ausgleich zwischen den Kräften. Während der Reise kann man dem „Teufel“ begegnen, der zu blenden und mit unerfüllten Sehnsüchten umzugehen weiß. Doch Illusionen darf man nicht vertrauen, sie werden durch den Fall des „Turmes“ zerstört. Mit dem „Stern“ findet der Reisende letztlich das Ziel, sein inneres Gleichgewicht oder seine innere Ruhe. Aber damit ist die Reise nicht zu Ende, denn die Rückreise in die äußere Welt muss angetreten werden. Dabei lauern Gefahren unter dem Zeichen des „Mondes“. Aber wer der „Sonne“ wieder entgegenblicken kann, hat es beinahe geschafft. Das „Gericht“ kann nun noch zum Hindernis werden. Aber hat der Reisende auch diese Hürde genommen, ist es vollbracht. Die Entwicklung zu einem Menschen, der seine inneren und äußeren Kräfte zu nutzen weiß, ist abgeschlossen.